In
der ältesten Zeit war Groß Rosinsko Filialkirche von
Drigelsdorf. Ein Kirchengebäude
dürfte um die Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut worden sein; nach mündlicher
Überlieferung soll der Turm von 1583 stammen. Es ist möglich, daß dies
Gotteshaus bei dem
Einfall der Tataren erhalten blieb. Die Feinde hatten bereits Reisig um die
Kirche gelegt, um sie zu verbrennen. Da entdeckten einige von ihnen in der
Kirche ein Bild des hl. Erasmus und andere Heilige, was sie veranlaßte, den
Brand zu unterlassen. Die eigenartige Holzkirche mit Strohdach diente auch noch
in evangelischer Zeit den in Masuren üblichen Wallfahrten am 6. August, dem Tage
Christi Verklärung.
Der Altar, der die Jahreszahl 1667 zeigte,
trug einen barocken Aufsatz; er wurde nach Königsberg ins Heimatmuseum im
Tiergarten geschafft. Die Kanzel mit der Jahreszahl 1687 machte ebenso wie der
Altar einen älteren Eindruck, als ihn die Jahreszahlen angeben. Die alte
Holzkirche wurde 1894 abgebrochen, nachdem von 1889 bis 1892 eine
Backsteinkirche in neugotischem Stil erbaut worden war. Sie wurde am 23.
Dezember 1892 durch Pfarrer Ammon eingeweiht und 1937-1938 erneuert.
In der Kirche hing ein Ölbild des Pfarrers
Molitor (*1616,1656-1682 in Groß Rosinsko); 1656 floh er als Rektor vor den
Tataren. Kurz vor
seinem Tode dichtete er das vierzig Strophen lange "Tartarenlied", das in das
masurische Gesangbuch aufgenommen wurde.
Evangelische Geistliche sind seit um 1575
bekannt. Die letzten Geistlichen waren: Ernst Benjamin Ammon 1886-1893, Louis
Korella 1894 bis 1908, Otto Matern 1908-1919, Ernst Willamowski 1920-1922, Erich
Wisotzki 1923-1929, Werner Buske (Hilfsprediger) 1932, Viktor Kühn 1937-1945; er
gab 1958 eine "Kirchenchronik Groß Rosinsko" heraus.
Kirchenbücher waren seit 1693 vorhanden.