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10-jähriges Jubiläum
 

 
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Überschüttet mit Blumen
10-Jahre-Jubiläum in Johannisburg

Ein wichtiges Jubiläum wurde am 27. April 2002 in Johannisburg begangen: der deutsche Freundschaftskreis "Rosch" feierte sein zehnjähriges Bestehen. Anlass genug für einen Rückblick im Kreis von Freunden.

Zum Fest im Klub "Diadem" in Johannisburg waren einige der Wegbegleiter der Gesellschaft gekommen: der langjährige Bürgermeister von Johannisburg Janusz Puchalski mit seinem Stellvertreter Wladyslaw Niesiobedzki und dem Vorsitzenden des Stadtrates, Wieslaw Tykocki, in Vertretung des Landrates Marek Konopka dessen Stellvertreter Krzysztof Rumiriski, der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Gesellschaften im ehemaligen Ostpreußen Herr Eckhard Werner sowie die Vorsitzenden der deutschen Gesellschaften in Rastenburg, Lötzen und Lyck, Helena Oprzyniska, Augusta Nowicka und Eclyta Olechnowicz und der evangelische Pastor Krzysztoi Rej.

Aus Deutschland war eine achtköpfige Delegation der Heimatkreisgemeinschaft unter der Leitung von Herrn Bosk angereist, von den Johannitern in Hamburg war Herr Dr. von Sethe mit seiner Frau und vom BdV Brandenburg eine vierköpfige Gruppe unter Frau Margarete Allewohl gekommen.

Die Veranstaltung eröffnete Frau Mira Kreska mit einem Rückblick auf die zehn Jahre des Bestehens des Deutschen Freundschaftskreises "Rosch‘. Stolz erinnerte sie daran, dass die Gesellschaft mit Lyck, Lötzen, Ortelsburg und Sensburg zur "ersten Generation" der deutschen Gesellschaften in der Woiwodschaft Ermland-Masuren gehört. Nach dem Tod ihres Mannes 1991 sei sie schon auf dem Sprung nach Deutschland gewesen, doch ihre Freunde haben ihr gesagt: "Alte Bäume verpflanzt man nicht", und fanden für sie mit dem deutschen Verein eine neue Aufgabe. 7 Familien mit 29 Personen, das war der Gründerkreis von "Rosch". Am 5. März 1992 war die offizielle Anerkennung und am 26. September die erste Wahlversammlung mit 129 Mitgliedern. Inzwischen ist die Zahl der Mitglieder auf über 450 gestiegen. Auch sonst wurde viel erreicht. Bereits 1993 wurde die Sozialstation eingerichtet, die allen Bürgern von Johannisburg und Umgebung hilft; es gibt eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge, der regelmäßig Jugendlager organisiert; es entstand ein Schulaustausch mit Bremerhaven. Es sei kein Zufall, dass gerade in Johannisburg einer von zwei Deutschlehrern für Ostpreußen gelandet sei. "Der Vorstand ist müde, aber stolz", ergänzte sie noch. Die Arbeit stand immer unter dem Motto: "Für das friedliche Zusammenleben, Brücken bauen und einander achten‘. Dafür wurde Frau Kreska am Ende ihrer Rede mit Blumen wahrlich überhäuft.

Bürgermeister Puchalski erinnerte an die schwere Zeit 1992 mit dem Aufbau der Demokratie. Er betonte die schon damals engen Kontakte zur deutschen Gesellschaft, obwohl damals die deutschpolnischen Beziehungen nicht gerade gut gewesen seien. Seither habe sich vieles gewandelt. Es gebe eine Partnerschaft mit Stadt und Landkreis Schleswig-Flensburg, der Name "Johannisburg" störe auch niemanden mehr, das alte Wappen mit dem Wolf sei auch wieder im Kommen. Besonders hob er die wichtige Rolle des Deutschen Freundschaftskreises "Rosch‘ in allen diesen Unternehmungen hervor und endete mit der Feststellung: "Ohne den DFK und vor allem ohne Sie, Frau Kreska, wäre das nicht möglich geworden." Vizelandrat Rumiriski schloss sich im Namen des Landrates Konopka diesem Dank und diesen Wünschen an. In diesen Dank seien alle eingeschlossen die sich für den DFK einsetzen. "Diese Tätigkeit wird von der Bevölkerung hoch geschätzt", fügte er hinzu.

Herr Bosk von der Heimatkreisgemeinschaft Johannisburg berichtete seinerseits von der Tätigkeit und dem Wirken der Kreisgemeinschaft und verlieh Frau Mira Kreska und Frau Herta Kadlubowska die neu geschaffene Johannisburger Spange.

Eckhard Werner nützte die Gelegenheit, um, wie er es ausdrückte, "die Blumen nicht auf die Gräber zu legen, sondern sie den Lebenden zu überreichen". Er zeichnete nachträglich Frau Gisela Kempa, Frau lrena Wesolowska und Ursel Grabowska mit der Medaille und dem Diplom aus, die zum zehnjährigen Bestehen der deutschen Gesellschatten im Jahre 2000 entstanden sind. Umrahmt wurde die vollständig deutsch und polnisch (!) geführte Veranstaltung von den Johannisburger Schulen. Die Grundschule Nr.2 hatte die Stadtgeschichte auf Deutsch, eine Kindertanzgruppe und ihre Glockenspielgruppe vorbereitet, die Musikschule trat mit ihrer Folkioregruppe auf, und zum Abschluss der Veranstaltung zeigten die Schülerinnen und Schüler von Frau Monika Lach am Gymnasium Nr. 2 in einem deutschsprachigen Theaterstück, wie der Deutschunterricht bei ihnen aussieht. Abschließend sei Herr Bosk zitiert, der für den Ausblick in die Zukunft Folgendes sagte:

"Solange es Liebe gibt, Augen, die Wärme ausstrahlen, Hände, die sich ausstrecken, und Herzen, in denen Du wohnen kannst, gibt es Hoffnung und Zukunft."

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Quelle:
Uwe Hahnkamp,
Mitteilungsblatt der deutschen Minderheit im Bezirk Ermland und Masuren, Mai 2002;
veröffentlicht im Johannisburger Heimatbrief 2003, Seite 25-26

 
 
 
 
 
 

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Stand: 08. Januar 2011